Die Dosis, auf der die meisten landen und langfristig bleiben. 21,4 Prozent Gewichtsverlust in 72 Wochen, 350 Euro pro Monat, drei Jahre Erfahrung mit einer Klientin — das sind die wichtigsten Eckpunkte.
SURMOUNT-1 ist die Studie, an der sich alles misst. 2.539 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, alle mit BMI über 30 oder über 27 mit Begleiterkrankung, keine Diabetiker. Tirzepatid wurde gegen Placebo getestet, in den Dosen 5, 10 und 15 mg über 72 Wochen. Das Ergebnis für 10 mg war ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 21,4 Prozent vom Ausgangsgewicht. Bei einer Person mit 100 Kilo sind das 21 Kilo weniger nach gut anderthalb Jahren. [Jastreboff et al., NEJM 2022]
Die SURMOUNT-1-Open-Label-Extension hat die Patienten weiter beobachtet — nach 176 Wochen, also über drei Jahre durchgehender Behandlung, lag der Gewichtsverlust bei 22,9 Prozent. Das ist beachtlich, weil es zeigt: Tirzepatid verliert seine Wirkung über die Jahre nicht. Wer dranbleibt, hält das Gewicht. Wer absetzt, gewinnt zurück (das hat SURMOUNT-4 untersucht und ist im Absetzen-Abschnitt unten genauer beschrieben).
Im direkten Vergleich mit Wegovy 2,4 mg, das ist die SURMOUNT-5-Studie aus dem NEJM Oktober 2025, lag Tirzepatid 15 mg bei 20,2 Prozent gegenüber Semaglutid 13,7 Prozent Gewichtsverlust nach 72 Wochen. Die 10-mg-Dosis von Mounjaro liegt damit klinisch ungefähr auf dem Niveau dessen, was Wegovy maximal an Gewichtsverlust ermöglicht — mit dem Unterschied, dass Mounjaro noch zwei höhere Dosen darüber hat.
Marion ist die älteste Mounjaro-Klientin in meiner Praxis — nicht vom Lebensalter, sondern von der Therapiedauer. Sie hat im Januar 2025 mit 2,5 mg angefangen, ist nach drei Monaten bei 10 mg gelandet und ist seitdem dort geblieben. Heute, gut 15 Monate später, hat sie insgesamt 26 Kilo verloren und hält das Gewicht stabil. Sie kommt etwa alle drei Monate zu mir zur Beratung — mehr für die psychologische Begleitung als für medizinische Anpassungen, weil ihr Internist Dr. Krüger die Therapie sauber einstellt.
Marion ist exemplarisch für eine Beobachtung, die ich in der Praxis immer wieder mache: Wer auf 10 mg ein gutes Verhältnis aus Wirkung, Verträglichkeit und Kosten findet, sollte nicht weiter steigern. Der zusätzliche Effekt von 12,5 oder 15 mg ist statistisch klein (1 bis 1,5 Prozentpunkte), während die monatlichen Kosten um 60 bis 140 Euro steigen und die Magen-Darm-Beschwerden häufiger auftreten. Aus meiner Erfahrung bleiben rund 50 bis 60 Prozent der Mounjaro-Patientinnen langfristig auf 10 mg, etwa 20 bis 30 Prozent gehen weiter auf 12,5 oder 15 mg, der Rest bleibt schon bei 5 oder 7,5 mg.
Mounjaro ist verschreibungspflichtig. Was du hier liest, ist Aufklärung — keine Behandlungsempfehlung. Dosis-Änderungen besprichst du mit deinem behandelnden Arzt, nicht mit Internet-Foren.
Marion zahlt für ihre 10-mg-Pens im Monat zwischen 342 und 358 Euro, je nachdem in welcher Apotheke sie kauft. Sie hat sich zwei Stamm-Apotheken aufgebaut, eine in Mayen und eine in Koblenz, weil die Verfügbarkeit zeitweise schwankt — Lieferengpässe sind bei Mounjaro 10 mg im Frühjahr 2026 zwar selten, aber nicht ausgeschlossen. Eli Lilly hat die Listenpreise im Februar 2025 angehoben, was an der mittleren Dosis besonders deutlich zu spüren ist: Vorher lag der Apothekenverkaufspreis bei rund 320 Euro pro Monat, jetzt sind es 50 Euro mehr.
Marion hat sich vor dem Therapiestart hingesetzt und das hochgerechnet. Bei einer geplanten Dauertherapie über fünf Jahre wären das 21.500 Euro Selbstzahlung — und sie hat trotzdem zugesagt, weil sie nach drei gescheiterten Diätversuchen wusste, dass es ohne pharmakologische Unterstützung nicht klappt. Adipositas wurde 2021 von der WHO als chronische Krankheit anerkannt; in Deutschland gilt das Medikament zur Gewichtsreduktion bis heute als Lifestyle-Präparat (G-BA Anlage III, 2024). Die gesetzliche Krankenkasse zahlt deshalb nichts. Bei Typ-2-Diabetes ist die Erstattung unter der Diabetes-Indikation möglich, weil Tirzepatid 2022 ja ursprünglich für genau diese Indikation zugelassen wurde — die Adipositas-Indikation kam erst 2023 dazu.
Was viele unterschätzen: Die Therapiekosten sind nicht das Einzige. Marion hat zusätzlich rund 800 Euro pro Jahr für Begleitkosten kalkuliert — Folgerezepte beim Hausarzt (privat), Blutwert-Kontrollen, gelegentliche Beratungstermine bei mir, Eiweißpräparate für den Muskelschutz beim Gewichtsverlust. Realistisch landet die Jahresrechnung also eher bei 5.000 Euro als bei 4.300.
Der Standard-Mounjaro-Pen aus der deutschen Apotheke hat keine Klicks — ein Knopfdruck, fixe Dosis. Klick- oder Einheiten-Werte interessieren nur bei:
(a) Multi-Dose KwikPen — in den USA seit Februar 2026, EU voraussichtlich Ende 2026.
(b) Off-Label-Vials — in Deutschland nicht offiziell vertrieben, eigene Verantwortung.
Was hier steht, sind öffentlich verfügbare Lilly-Spezifikationen. Vor jeder Dosis-Veränderung mit dem Arzt sprechen.
Im Mounjaro KwikPen ist 10 mg eine der vier Drehring-Positionen. Eine 10-mg-Patrone enthält insgesamt 40 Milligramm Tirzepatid, aufgeteilt in vier Einzeldosen zu je 10 mg. Drehring auf Position, Knopf drücken, der Pen liefert die komplette 10-mg-Dosis ab. Eine Patrone reicht für einen Monat.
Bei Tirzepatid-Vials aus US-Compounding-Pharmacies wird die Dosis in Insulinspritzen-Einheiten umgerechnet. Daraus ergibt sich für 10 mg:
| Vial-Konzentration | mg pro Einheit | Einheiten für 10 mg | ml für 10 mg |
|---|---|---|---|
| 10 mg/ml | 0,1 mg | 100 Einheiten | 1,0 ml |
| 20 mg/ml (häufigste Konzentration) | 0,2 mg | 50 Einheiten | 0,5 ml |
| 40 mg/ml (high-dose) | 0,4 mg | 25 Einheiten | 0,25 ml |
| Konz. | Einheiten | ml |
|---|---|---|
| 10 mg/ml | 100 U | 1,0 ml |
| 20 mg/ml | 50 U | 0,5 ml |
| 40 mg/ml | 25 U | 0,25 ml |
Bei 10 mg sind 100 Einheiten auf einer Standard-U-100-Insulinspritze die maximale Spritzenfüllung. Wer höhere Konzentrationen nutzt (20 oder 40 mg/ml), kommt mit weniger Volumen und damit weniger Reizung an der Injektionsstelle aus.
Diese Frage stellen mir die meisten Klientinnen nicht am Therapiestart, sondern erst nach einem oder zwei Jahren auf der Erhaltungsdosis. Die Antwort ist unbequem: Wer Mounjaro absetzt, gewinnt einen erheblichen Teil des verlorenen Gewichts zurück. Die SURMOUNT-4-Studie hat das systematisch untersucht. Patienten, die nach 36 Wochen Behandlung das Medikament abgesetzt haben, gewannen innerhalb eines Jahres mehr als ein Viertel des verlorenen Gewichts wieder zurück. [Aronne et al., JAMA 2024]
Das spricht klar für eine Dauertherapie — mit allen finanziellen Konsequenzen, die das mit sich bringt. Marion hat das vor zwei Monaten zum ersten Mal bei mir thematisiert: Sie überlegt, ob sie irgendwann reduzieren oder absetzen kann, weil ihr die Vorstellung lebenslanger Pharmakotherapie unangenehm ist. Mein Rat war zurückhaltend: Wer absetzt, sollte das nur unter ärztlicher Begleitung tun, mit einer parallelen Ernährungsumstellung und einem Bewegungsplan, der den Stoffwechsel stabilisiert. Ohne diese Vorbereitung ist der Jojo-Effekt nahezu vorprogrammiert.
Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hat im Januar 2026 ihre Sicherheitsinformation zu Tirzepatid aktualisiert. Anlass waren einzelne Post-Marketing-Berichte über akute Pankreatitis. Bei starken, anhaltenden Bauchschmerzen — besonders im linken Oberbauch — sofort einen Arzt aufsuchen. Das Gesamtrisiko bleibt gering, die Aufmerksamkeit ist erhöht.
Bei der mittleren Erhaltungsdosis 10 mg sind die Magen-Darm-Beschwerden der Auftitrierungsphase meist abgeklungen. Marion berichtet, dass sie seit Monat 5 keine relevante Übelkeit mehr hat. Etwa ein Drittel der Patientinnen behält allerdings dauerhaft eine leichte Verstopfungsneigung — was sich mit ausreichender Ballaststoff- und Flüssigkeitszufuhr meist gut beherrschen lässt.
Diese Entscheidung trifft man frühestens nach drei bis sechs Monaten auf 10 mg. Wer in dieser Zeit kontinuierlich abnimmt — ein bis zwei Kilo pro Monat ist normal — sollte bleiben. Wer ein deutliches Plateau erlebt, also drei oder mehr Wochen ohne Bewegung auf der Waage, kann mit dem Arzt eine Steigerung auf 12,5 mg oder direkt 15 mg besprechen.
Was die Studien dazu sagen: Zwischen 10 und 15 mg liegen in SURMOUNT-1 nur 1,1 Prozentpunkte mehr Gewichtsverlust nach 72 Wochen. Das klingt nach wenig, ist aber für jemanden mit 130 Kilo Ausgangsgewicht immerhin 1,4 Kilo zusätzlich — bei 4,7 Prozent Mehrkosten pro Monat. Die Rechnung muss jeder selbst machen. Im direkten Vergleich mit Wegovy 2,4 mg, das ist die Maximaldosis dort: Mounjaro 10 mg liegt etwa gleichauf, Mounjaro 15 mg deutlich darüber. Mehr Kontext im Wegovy Hub und im Mounjaro Komplett-Guide.
Diese Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Aufklärungszwecken und ersetzen keine medizinische Beratung. Bei medizinischen Entscheidungen wende dich an deinen Arzt oder Apotheker.
Mounjaro ist verschreibungspflichtig. Die Anwendung erfolgt ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht.
Die Klick- und Einheiten-Werte für KwikPen und Vials sind keine Anwendungsempfehlung von Eli Lilly. Off-Label-Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung. Vials sind in Deutschland nicht offiziell zugelassen.
Sollten Hersteller oder Behörden Stellung nehmen wollen: Kontaktseite.