Erfahrungsberichte 9 Min. Lesezeit

Lisa aus Hamburg

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2026 · Medizinisch geprüft von Julia Meier Erfahrungsbericht 14 Min. Lesezeit März 2026 Lisa aus Hamburg: Von 89 auf 67 Kilo – mit Wegovy und Intervallfasten Wie eine IT-Projektmanagerin aus Eimsbüttel in 10 Monaten ihr Leben umgekrempelt hat. Erzählt von Julia Meier. 22 kg Gewicht verloren 10 Monate Zeitraum Wegovy + ... Weiterlesen

Aktualisiert: 10. Mai 2026 · Von Julia Meier
Lisa aus Hamburg
Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2026 · Medizinisch geprüft von Julia Meier
Erfahrungsbericht 14 Min. Lesezeit März 2026

Lisa aus Hamburg: Von 89 auf 67 Kilo – mit Wegovy und Intervallfasten

Wie eine IT-Projektmanagerin aus Eimsbüttel in 10 Monaten ihr Leben umgekrempelt hat. Erzählt von Julia Meier.

22 kg
Gewicht verloren
10 Monate
Zeitraum
Wegovy + 16:8
Methode

Wie ich Lisa kennengelernt habe

Lisa war eine meiner ersten Wegovy-Klientinnen. Sie kam im Sommer 2024 in meine Beratung — 89 Kilo, BMI 31,2, frustriert nach drei gescheiterten Diäten. 10 Monate später wiegt sie 67 Kilo und läuft dreimal die Woche 5 Kilometer. Aber der Weg dahin war alles andere als geradlinig.

Julia: Lisa war eine meiner ersten Wegovy-Klientinnen. Sie kam im Juli 2024 zu mir, und ich erinnere mich noch genau an den Moment. Sie sass in meinem Büro in der Schanze, hatte sich offensichtlich extra schick gemacht, und der erste Satz war: „Julia, ich hab alles probiert. Wirklich alles.“ Normalerweise hoere ich so was dreimal die Woche. Aber bei Lisa klang es anders. Erschoepft. Nicht dramatisch, sondern einfach — fertig.

Lisa ist 34, IT-Projektmanagerin bei einem mittelgroßen Hamburger Softwareunternehmen. Sitzender Job, 9 bis 10 Stunden am Rechner, Meetings über Meetings. Wer in der Tech-Branche arbeitet, kennt das: Mittagessen ist oft ein belegtes Broetchen am Schreibtisch. Abends dann Ausgleich-Essen, weil der Tag stressig war.

Was mich bei Lisa aber wirklich aufhorchen liess: Es gab einen konkreten Ausloeser. Eine Trennung im Fruehjahr 2024, nach fünf Jahren Beziehung. Und danach — emotionales Essen. Jeden Abend. Chips, Schokolade, Pizza bestellen, alleine auf der Couch. In drei Monaten von 78 auf 89 Kilo. Das sind 11 Kilo in 12 Wochen.

Lisa: „Ich wusste genau, was ich da mache. Ich bin ja nicht bloed. Ich bin Projektmanagerin, ich analysiere beruflich Probleme. Aber abends um neun, wenn die Wohnung still ist und dein Ex gerade ein Instagram-Story mit seiner Neuen postet — da hilft kein Projektplan.“

Der Start mit Wegovy — und warum Lisa parallel gefastet hat

Julia: Was bei Lisa anders war als bei vielen: Sie hat von Anfang an das Intervallfasten 16:8 parallel gemacht. Das war ihr eigener Vorschlag, nicht meiner. Sie hatte darueber einen Podcast gehoert und meinte: „Wenn ich schon die Spritze nehme, dann richtig.“ Ich hab kurz gezuckt, weil ich das normalerweise nicht in der Anfangsphase empfehle. Aber Lisa hatte so einen Blick drauf — diesen „versuch nicht mich aufzuhalten“-Blick.

Das Rezept für Wegovy hatte Lisa über ihre Hausärztin in Eimsbuettel bekommen. BMI über 30, vorherige Abnehmversuche dokumentiert, keine Kontraindikationen. Kostenpunkt: rund 320 Euro im Monat, komplett aus eigener Tasche. Die Kasse zahlt das nicht.

Lisa: „320 Euro im Monat — das ist mein halbes Freizeitbudget. Aber ich hab gerechnet: Was gebe ich für Lieferdienste, Frustkaeufe und Klamotten aus, die nach drei Monaten nicht mehr passen? Da war der Betrag fast ein Nullsummenspiel.“

Das 16:8-Fenster hat Lisa pragmatisch eingerichtet: Essen zwischen 12 und 20 Uhr. Morgens nur schwarzen Kaffee. Das passte zu ihrem Arbeitsrhythmus, weil sie sowieso nie vor 10 Uhr Hunger hatte. Der Unterschied jetzt: Sie liess das Fruehstück nicht aus Zeitmangel ausfallen, sondern bewusst.

Die ersten Wochen: nicht alles rosig

Ich will hier nichts beschönigen. Woche 3 und 4 waren hart. Lisa schrieb mir morgens um halb sieben eine Nachricht: „Mir ist so schlecht, dass ich gestern Abend nur Salzstangen essen konnte.“

Die Übelkeit kam schubweise. Morgens am schlimmsten, gegen Nachmittag besser. Dazu Sodbrennen — das hatte Lisa vorher nie gehabt. Und eine bleischwere Muedigkeit, die sie nicht zuordnen konnte. Alles typische Wegovy-Nebenwirkungen in der Eindosierungsphase. Ich hab ihr geraten, die Injektion auf Freitagabend zu verlegen. Dann sind die schlimmsten Tage am Wochenende, nicht waehrend wichtiger Kundenpraesantationen.

Julia: Ab Woche 6 wurde es besser. Deutlich. Und dann passierte etwas, das ich bei vielen Wegovy-Klientinnen sehe, aber bei Lisa besonders ausgepraegt: Sie fing an, anders einzukaufen. Nicht weil ich es ihr gesagt habe. Sondern weil der Appetit sich veränderte. Ploetzlich war die Chipstuete im Supermarkt nicht mehr interessant. Nicht durch Willenskraft, sondern weil ihr Körper einfach kein Signal mehr sendete.

Der Wendepunkt: Lisa faengt an zu kochen

Monat 3 war der Punkt, an dem sich alles drehte. Lisa hatte zu dem Zeitpunkt 9 Kilo abgenommen, von 89 auf 80. Die Waage bewegte sich zuverlässig, das Intervallfasten lief routiniert. Aber was mich ueberrascht hat: Lisa fing an zu kochen.

Nicht aufwändig. Keine Sterne-Kueche. Sondern einfache Gerichte — Gemuese-Currys, Ofengemuese mit Feta, griechischer Salat mit viel Olivenoel. Sie kaufte sich ein Kochbuch für Meal Prep und kochte Sonntagabend für die ganze Woche vor.

Lisa: „Ich hab mein ganzes Erwachsenenleben lang nicht richtig gekocht. Immer Lieferando, Kantine, Fertiggerichte. Und dann steh ich auf einmal Sonntagabend in meiner kleinen Kueche in Eimsbuettel und schneide Paprika. Und es fühlte sich gut an. Nicht wie eine Diät. Eher wie — ich kuemmere mich endlich um mich selbst. Klingt pathetisch, ich weiß.“
Julia: Das war der Moment, in dem ich wusste: Lisa schafft das. Nicht wegen der Waage. Sondern weil sie angefangen hat, Freude am Prozess zu finden. Bei den meisten Klientinnen, die langfristig erfolgreich sind, gibt es genau so einen Kipp-Punkt. Wo es nicht mehr um Verzicht geht, sondern um etwas Neues, das man für sich selbst tut.

Ehrlich gesagt: Es gab auch Rückschlaege

Monat 5. Lisa rief mich an — das tat sie selten, normalerweise schrieb sie Nachrichten. Sie hatte am Wochenende einen Rückfall gehabt. Freitagabend eine ehemalige Kollegin getroffen, ein paar Glaeser Wein, und dann: Doener mit allem, Ben & Jerry's auf der Couch, die ganze Packung. Samstag dasselbe Muster.

Sie schaemte sich. Das hoere ich oft. Als haette man versagt, weil man an einem Wochenende über die Straenge geschlagen hat. Was für ein Unsinn eigentlich.

Julia: Ich hab ihr gesagt, was ich allen sage: Zwei Tage sind zwei Tage. Nicht zwei Monate. Dein Körper verzeiht das. Was du dir NICHT verzeihen solltest, ist aufzugeben wegen zwei Tagen. Lisa hat geweint am Telefon. Nicht wegen der Kalorien, sondern weil das emotionale Essen zurückgekommen war. Der Autopilot aus der Zeit nach der Trennung. Und das war eigentlich die wichtigere Erkenntnis als jede Zahl auf der Waage.

Dann kam etwas anderes dazu, das Lisa nicht erwartet hatte. Kommentare aus dem Umfeld. Zuerst positiv: „Du siehst ja toll aus!“, „Was hast du gemacht?“. Aber ab Kilo 15 kippte der Ton bei manchen.

Lisa: „Meine Mutter hat gesagt: Du siehst krank aus. Meine beste Freundin meinte, ich solle aufhören. Und ein Typ auf Bumble hat nach dem dritten Date gefragt, ob ich magersuchtig bin. Ich wog zu dem Zeitpunkt 74 Kilo bei 1,69 Meter. Das ist BMI 25,9. Voellig normal. Aber die Leute waren so an mein Übergewicht gewoehnt, dass normal für sie krank aussah.“

Das ist ein Phaenomen, über das zu wenig gesprochen wird. Der soziale Druck beim Abnehmen kommt nicht nur von aussen. Er kommt auch von den Menschen, die einen lieben. Nicht aus Bosheit, sondern aus Verunsicherung.

Vom Sofa auf die Alster: Wie Lisa zum Laufen kam

Monat 6. Lisa wog 75 Kilo und fühlte sich zum ersten Mal seit Jahren leicht genug, um sich zu bewegen. Nicht leicht im Sinne von Gewicht, sondern — sie beschrieb es als „mein Körper fühlt sich nicht mehr wie ein Gegner an“.

Sie fing mit Spaziergaengen an. Jeden Abend 30 Minuten an der Alster. Dann 45 Minuten. Dann fing sie an, kurze Stücke zu joggen. 2 Minuten laufen, 3 Minuten gehen. Das klassische Walk-Run-Intervall, das ich allen Anfängerinnen empfehle.

  • Monat 6: 30 Min. Spaziergaenge, 3x/Woche an der Alster
  • Monat 7: Walk-Run-Intervalle (2 Min. laufen, 3 Min. gehen)
  • Monat 8: 15 Minuten am Stueck laufen, 2x/Woche
  • Monat 9: Erste 5K ohne Pause (37 Minuten)
  • Monat 10: 3x/Woche 5K, beste Zeit: 31 Minuten
Lisa: „Mein erster 5K-Lauf ohne Gehpause — ich hab geheult danach. Nicht weil es anstrengend war. Sondern weil ich mich daran erinnert habe, wie ich ein Jahr vorher auf der Couch lag und dachte, ich schaffe es nicht mal bis zum Supermarkt ohne ausser Atem zu sein. Das waren 800 Meter.“
Julia: Was mich bei Lisa beeindruckt: Sie hatte keine großen Ambitionen beim Sport. Kein Marathon, kein Sixpack. Einfach dreimal die Woche 30 Minuten laufen und sich danach gut fühlen. Das ist realistischer als jeder Trainingsplan, den Instagram-Coaches verkaufen. Und es ist nachhaltiger.

Die Zahlen — weil Transparenz wichtig ist

89 kg → 67 kg Gewicht
31,2 → 23,5 BMI
10 Monate Zeitraum
~3.200 € Wegovy-Kosten gesamt

22 Kilo in 10 Monaten. Das sind im Schnitt 2,2 Kilo pro Monat. Klingt nicht spektakulaer? Gut. Denn spektakulaer wäre verdaechtig. Die ersten 9 Kilo kamen hauptsaechlich durch Wegovy in den Monaten 1 bis 3. Die restlichen 13 Kilo waren eine Mischung aus Intervallfasten, veränderter Ernährung und Bewegung.

Lisa nimmt aktuell eine reduzierte Erhaltungsdosis Wegovy weiter. Ob sie irgendwann ganz absetzt — das werden wir sehen. Die Daten zum Rebound nach dem Absetzen sind nicht berauschend, das muss man ehrlich sagen. Aber Lisa hat etwas, das viele Absetzende nicht haben: gefestigte Gewohnheiten. Das Intervallfasten, das Kochen, das Laufen. Das sind keine Diät-Massnahmen mehr. Das ist ihr Alltag.

Julia: Ich sag das ungern, aber ich sag es trotzdem: Ohne Wegovy haette Lisa die 22 Kilo wahrscheinlich nicht geschafft. Nicht in 10 Monaten, vielleicht nie. Das Medikament hat den Teufelskreis aus emotionalem Essen und Frust durchbrochen. Alles andere — das Fasten, das Kochen, das Laufen — war Lisas eigene Leistung. Die Spritze hat die Tür geoeffnet. Durchgegangen ist Lisa alleine.

Was ich daraus gelernt habe — als Beraterin

Lisas Geschichte ist kein Beweis dafür, dass Wegovy plus Intervallfasten bei jedem funktioniert. Das wäre unseriös. Es ist ein Erfahrungsbericht, nicht mehr, nicht weniger. Was mich als Beraterin aber bestaetigt hat: Die Kombination aus medikamentoeser Unterstützung und Verhaltensänderung kann ausserordentlich wirksam sein. Vorausgesetzt, beides passiert gleichzeitig.

Was mich nachdenklich stimmt: Das emotionale Essen. Lisas groesstes Problem war nie das Wissen. Sie wusste theoretisch alles über Kalorienzählen, Makros und gesunde Ernährung. IT-Projektmanagerin halt — strukturiert, analytisch, datengetrieben. Aber Emotionen halten sich nicht an Spreadsheets.

Häufige Fragen zu Lisas Erfahrungsbericht

Lisa hat in 10 Monaten 22 Kilogramm abgenommen: von 89 kg auf 67 kg. Ihr BMI sank von 31,2 auf 23,5. Die Kombination aus Wegovy (wöchentliche Injektion) und Intervallfasten 16:8 war entscheidend. Allein durch Wegovy hatte sie in den ersten 3 Monaten 9 Kilo verloren, die restlichen 13 Kilo kamen durch die Ernährungsumstellung und mehr Bewegung.

Ja, die Kombination ist möglich und kann die Ergebnisse verstärken. Wegovy reduziert den Appetit, waehrend Intervallfasten 16:8 das Essensfenster einschraenkt. Wichtig: Die Kombination sollte ärztlich begleitet werden, da Wegovy den Appetit bereits stark senkt und in der Fastenphase die Kalorienzufuhr nicht zu niedrig werden darf. Lisa hat die Kombination von Anfang an gemacht, allerdings unter Aufsicht ihrer Ernährungsberaterin.

Lisa hatte in den Wochen 3 und 4 die stärksten Nebenwirkungen: Übelkeit nach dem Aufstehen, gelegentliches Sodbrennen und Muedigkeit. Ab Woche 6 liessen die Beschwerden deutlich nach. Ihr Tipp: Die Injektion auf Freitagabend verlegen, damit die intensivsten Nebenwirkungen aufs Wochenende fallen und nicht in den Arbeitsalltag.

Stand März 2026 nimmt Lisa Wegovy in reduzierter Erhaltungsdosis weiter. Sie hält ihr Gewicht von 67 kg seit 4 Monaten stabil. Das Intervallfasten und die regelmäßige Bewegung (3x pro Woche 5K-Laeufe) haben ihre Gewohnheiten nachhaltig verändert. Ob ein komplettes Absetzen ohne Gewichtszunahme möglich ist, wird sich zeigen — die allgemeine Datenlage zeigt, dass viele Patienten ohne begleitende Verhaltensänderung nach dem Absetzen wieder zunehmen.

Medizinischer Hinweis Dieser Erfahrungsbericht ersetzt keine ärztliche Beratung. Wegovy ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden darf. Jede Gewichtsreduktion sollte individuell und mit medizinischer Begleitung erfolgen. Die hier beschriebenen Ergebnisse sind individuell und nicht auf andere Personen uebertragbar.
Erfahrungsbericht erstellt von Julia Meier, Ernährungsberaterin. Stand: März 2026. Lisas Name wurde auf ihren Wunsch nicht verändert. Alle Gesundheitsdaten mit ihrer Zustimmung veroeffentlicht. Dieser Beitrag enthält keine Affiliate-Links und wird nicht von Novo Nordisk gesponsert.

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Julia Meier — Ernährungsberaterin (IHK)
Julia Meier
Ernährungsberaterin (IHK-zertifiziert 2020)
Hat selbst 15 kg abgenommen und seit 2019 stabil gehalten. Schreibt hier wissenschaftsbasiert und werbefrei. Mehr im Über-uns-Bereich.