Was ist der Body Mass Index (BMI)?

Der BMI ist eine Kennzahl, die dein Gewicht ins Verhältnis zu deiner Körpergröße setzt. Die Formel: Gewicht in kg geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Bei Erwachsenen gilt ein BMI von 18,5-24,9 als Normalgewicht [Quelle: WHO, 2024].

Erfunden wurde das Ganze 1832 von Adolphe Quetelet. Also vor fast 200 Jahren. Für Bevölkerungsstudien – nicht für Einzelpersonen.

Das ist wichtig zu verstehen: Der BMI ist ein grobes Screening-Tool, kein Gesundheitsurteil.

Wie berechnet man den BMI?

BMI = Körpergewicht in kg ÷ (Körpergröße in m)². Beispiel: Bei 80 kg und 1,75 m Größe: 80 ÷ (1,75 × 1,75) = 80 ÷ 3,06 = BMI 26,1 [Quelle: Deutsche Adipositas-Gesellschaft, 2025].

Die WHO-Kategorien für Erwachsene:

  • Unter 18,5: Untergewicht
  • 18,5 – 24,9: Normalgewicht
  • 25,0 – 29,9: Übergewicht (Präadipositas)
  • 30,0 – 34,9: Adipositas Grad I
  • 35,0 – 39,9: Adipositas Grad II
  • Über 40: Adipositas Grad III

Aber warte – hier wird’s kompliziert: Ein Bodybuilder mit 100 kg reiner Muskelmasse hat einen „übergewichtigen“ BMI. Macht keinen Sinn, oder? Genau.

Warum ist der BMI umstritten?

Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett, ignoriert die Fettverteilung und wurde ursprünglich an weißen europäischen Männern kalibriert. Studien zeigen, dass der Taillenumfang ein besserer Gesundheitsindikator sein kann [Quelle: Lancet Diabetes & Endocrinology, 2023].

Kritikpunkte im Detail:

  • Muskulöse Menschen werden als „übergewichtig“ eingestuft
  • Ältere Menschen können trotz „normalem“ BMI zu viel Körperfett haben
  • Ethnische Unterschiede werden nicht berücksichtigt (Asiaten haben erhöhtes Risiko schon ab BMI 23)
  • Viszerales Fett (das gefährliche Bauchfett) wird ignoriert

Ich hatte mal einen BMI von 27. Laut Tabelle „übergewichtig“. Aber mein Körperfettanteil lag bei 15% – also eigentlich fit. Das zeigt das Problem.

Welche Alternativen zum BMI gibt es?

Bessere Indikatoren sind: Taillenumfang (unter 94 cm bei Männern, 80 cm bei Frauen), Taille-Hüft-Verhältnis (unter 0,9 bei Männern, unter 0,85 bei Frauen) und der Körperfettanteil per Caliper oder BIA-Messung [Quelle: European Heart Journal, 2024].

Die Alternativen:

  • Taillenumfang: Einfach, zu Hause messbar, guter Indikator für viszerales Fett
  • Körperfettanteil: Genauer, aber schwerer zu messen
  • Taille-Größe-Verhältnis: Taillenumfang sollte unter halber Körpergröße liegen
  • DEXA-Scan: Goldstandard, aber teuer (ca. 100-150 Euro)

Meine Empfehlung: Nimm den BMI als groben Richtwert und ergänze ihn mit dem Taillenumfang. Das gibt ein realistischeres Bild als jede einzelne Zahl.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Website ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Konsultiere vor Beginn einer Diät oder eines Trainingsprogramms immer einen Arzt.