Von 98 auf 70 Kilo in 14 Monaten. Lehrerin, Mutter, Hashimoto-Patientin. Warum Wegovy bei ihr nicht funktionierte und Mounjaro alles veraenderte.
Sarah, 41, Teilzeitlehrerin aus Starnberg bei Muenchen, hat in 14 Monaten 28 Kilo verloren -- von 98 auf 70 kg. Was das so besonders macht: Sie hat Hashimoto-Thyreoiditis. Und jeder Endokrinologe, den sie vorher gefragt hat, sagte ihr, signifikantes Abnehmen sei damit kaum moeglich.
Sarah war ein besonderer Fall. Sie kam mit Hashimoto zu mir -- und das macht das Abnehmen dreimal so schwer. Verlangsamter Stoffwechsel, chronische Muedigkeit, eine Schilddruese die nicht mitmacht. Ich hab davor schon Klientinnen mit Hashimoto begleitet. Und ja, bei den meisten ging es schleppend. Aber so aufgeben wie Sarahs Aerzte? Das wollte ich nicht.
Mein Endokrinologe hat gesagt, mit Hashimoto wird das nichts. Er lag falsch. Nicht komplett -- es war haerter als bei anderen. Aber er lag falsch.
98 Kilo bei 1,68 Meter. BMI 34,7. Zwei Kinder, 7 und 11. Halbe Stelle als Grundschullehrerin. Der Alltag frisst dich auf, sagt sie. Und Essen war der einzige Trost nach einem Tag mit 26 Zweitklaesslern und einer Schilddruese, die sich anfuehlt wie ein kaputter Motor.
Sarahs Hashimoto wurde 2019 diagnostiziert. Seitdem L-Thyroxin, anfangs 100 Mikrogramm, spaeter 125. TSH-Werte schwankten trotzdem. Ihr Gewicht? Ging nur in eine Richtung.
Sarah startete im Januar 2024 mit Wegovy (Semaglutid). Nach 3 Monaten: nur 4 Kilo weniger, dafuer Uebelkeit, Verstopfung und einen TSH-Wert, der komplett entgleist war. Ihr Endokrinologe empfahl den Wechsel zu Mounjaro -- weil der duale Wirkmechanismus bei Insulinresistenz besser greifen kann.
Die ersten Wochen mit Wegovy waren fuer Sarah schlimm. Nicht die normale Anfangs-Uebelkeit, die fast jeder hat. Sondern richtig heftig. Drei Tage nach jeder Injektion konnte sie kaum essen. Und dann kam der Hunger zurueck. Dieses Muster kenne ich bei Hashimoto-Patientinnen. Die Schilddruese spielt rein. Und Semaglutid allein reicht manchmal nicht.
Ich war fertig. Drei Monate lang diese Uebelkeit, kaum Ergebnis. Mein Mann meinte: Hoer auf damit. Aber ich wollte nicht aufgeben. Nicht nach allem, was ich schon versucht hatte.
Was viele nicht wissen: Hashimoto geht haeufig mit Insulinresistenz einher. Laut einer Studie im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism haben bis zu 50% der Hashimoto-Patienten eine gestoeerte Insulinsensitivitaet [Quelle: Maratou et al., JCEM 2009]. Und genau da setzt Mounjaro anders an als Wegovy.
Mounjaro (Tirzepatid) ist ein dualer GIP/GLP-1-Agonist. Das heisst: Er aktiviert zwei Saettigungshormone gleichzeitig. In der SURMOUNT-1-Studie verloren Teilnehmer bis zu 22,5% ihres Koerpergewichts. Fuer Sarah mit ihrer Insulinresistenz war genau dieser duale Ansatz der Unterschied.
April 2024, der Wechsel. 2,5 mg Mounjaro zum Start. Und ehrlich? Die ersten zwei Wochen passierte fast nichts. Ich hab Sarah geschrieben: Geduld. Der Koerper muss sich umstellen. In Woche drei dann -- 1,8 Kilo runter. Dann 1,2 Kilo. Dann nochmal 1,5.
Warum Mounjaro bei Hashimoto-Patienten besser wirken kann? Tirzepatid beeinflusst nicht nur das Saettigungsgefuehl, sondern verbessert auch die Insulinsensitivitaet ueber den GIP-Rezeptor. Das ist der entscheidende Unterschied zu reinen GLP-1-Agonisten wie Wegovy. Nicht fuer jeden relevant. Fuer Sarah war es alles.
Ab Woche drei wusste ich: Das funktioniert. Nicht weil die Waage sich bewegte. Sondern weil der Heisshunger weg war. Einfach weg. Zum ersten Mal seit Jahren konnte ich abends an der Kueche vorbeigehen, ohne reinzumuessen.
Die Uebelkeit unter Mounjaro? Deutlich weniger als bei Wegovy. Sarahs Theorie: Ihr Koerper hat das Tirzepatid besser vertragen. Meine Vermutung: Die langsame Dosissteigerung bei Mounjaro (2,5 --> 5 --> 7,5 --> 10 mg) ist sanfter als bei Wegovy. Aber ehrlich -- das ist individuell. Was bei Sarah passte, kann bei jemand anderem anders sein.
28 Kilo in 14 Monaten klingt nach einer geraden Linie nach unten. War es nicht. Es gab ein 6-Wochen-Plateau bei 82 Kilo, einen Rueckfall ueber Weihnachten und eine Phase, in der die Schilddruesenmedikation neu eingestellt werden musste. Hier ist Sarahs echte Timeline.
Wer mit Hashimoto-Thyreoiditis abnimmt, muss die Schilddruesenmedikation anpassen lassen. Weniger Koerpermasse heisst weniger L-Thyroxin-Bedarf. Laut Leitlinien der American Thyroid Association sollten TSH-Werte unter GLP-1-Therapie alle 6-8 Wochen kontrolliert werden [Quelle: ATA Guidelines, 2024].
Das sagt dir keiner, wenn du mit dem Pen anfaengst. Sarahs Dosierung wurde dreimal angepasst. Von 125 auf 112, dann auf 100 Mikrogramm L-Thyroxin. Haette sie das nicht gemacht, waere ihr TSH-Wert in den Keller gegangen. Unterfunktion trotz Medikation. Symptome: Muedigkeit, Frieren, Haarausfall. Alles Dinge, die das Abnehmen sabotieren.
Beim Plateau bei 82 Kilo war der TSH-Wert schuld. Nicht die Spritze, nicht mein Wille, nicht meine Ernaehrung. Meine Schilddruese hat gebremst. Nachdem die Dosis angepasst wurde, ging es innerhalb von zwei Wochen weiter. Das haette mein Hausarzt nie gecheckt.
Noch was, das oft unterschaetzt wird: Hashimoto-Patientinnen haben haeufig einen niedrigeren Grundumsatz. 100 bis 300 kcal weniger am Tag als Gesunde bei gleichem Gewicht. Klingt nach wenig. Aber ueber 14 Monate summiert sich das. Sarah hat das kompensiert -- nicht mit weniger essen, sondern mit mehr Bewegung. Wandern. Dreimal die Woche. Kein Fitnessstudio, keine fancy Geraete. Berge. Frische Luft. Bayern halt.
Sarah hat kein Fitnessstudio betreten. Ihre Bewegung: Wandern in den bayerischen Alpen. Ab Monat 5 zweimal pro Woche, spaeter dreimal. Bei 85 Kilo schaffte sie 15 km. Bei 70 Kilo stand sie auf der Zugspitze. Das war ihr Ziel von Anfang an.
Die Zugspitze war Sarahs Motivations-Trick. Konkretes Ziel. Messbar. Nicht „ich will duenn sein" -- sondern „ich will da oben stehen". Hat funktioniert. Weil sie jede Wanderung als Training fuer diesen einen Tag sah.
Mit 98 Kilo konnte ich nicht mal die Treppen in der Schule hochgehen ohne zu schnaufen. Im Februar 2025 stand ich auf der Zugspitze. 2.962 Meter. Meine Toechter waren dabei. Die Kleine hat gefragt, ob wir naechstes Mal den Mond besteigen. Die Grosse hat geheult. Ich auch.
Wandern verbrennt bei 70 kg Koerpergewicht circa 350-500 kcal pro Stunde, abhaengig vom Gelaende. Bei Bergwanderungen mehr. Aber das war nicht der Punkt. Der Punkt war: Sarah hat Bewegung gefunden, die sich nicht wie Strafe anfuehlte. Das ist die halbe Miete. Egal ob wandern, schwimmen oder spazieren -- was zaehlt ist, dass du es laenger als zwei Monate durchhaeltst.
Hinweis: Die Informationen auf dieser Website ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Konsultiere vor Beginn einer Diaet oder eines Trainingsprogramms immer einen Arzt. Die hier beschriebenen Methoden basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, individuelle Ergebnisse koennen abweichen.
Ja, allerdings ist es deutlich schwieriger. Hashimoto-Thyreoiditis verlangsamt den Stoffwechsel und beguenstigt Insulinresistenz. Sarah verlor trotz Hashimoto 28 kg in 14 Monaten -- mit angepasster Schilddruesenmedikation und Mounjaro als dualem GIP/GLP-1-Agonisten. Wichtig: Regelmaessige TSH-Kontrollen und aerztliche Begleitung sind Pflicht.
Sarah hatte unter Wegovy (Semaglutid) staerkere Nebenwirkungen und nach 3 Monaten nur 4 kg verloren. Ihr Endokrinologe empfahl Mounjaro (Tirzepatid), weil der duale GIP/GLP-1-Wirkmechanismus bei Insulinresistenz und Hashimoto besser wirken kann. Nach dem Wechsel ging es deutlich schneller.
Mounjaro kostet als Selbstzahler zwischen 206 und 489 Euro pro Monat je nach Dosierung. Bei Hashimoto-bedingter Adipositas uebernehmen manche Krankenkassen Teile der Kosten -- sprich mit deinem Arzt ueber eine Begruendung gegenueber der Kasse. Sarahs PKV erstattete nach aerztlicher Begruendung etwa 70 Prozent.
Haeufig ja. Gewichtsverlust veraendert den L-Thyroxin-Bedarf. Sarahs Dosis wurde dreimal angepasst: von 125 auf 112 und schliesslich auf 100 Mikrogramm. Regelmaessige TSH-Kontrollen alle 6-8 Wochen sind unter GLP-1-Therapie bei Hashimoto-Patienten wichtig. Sprich unbedingt mit deinem Endokrinologen.