Zuletzt aktualisiert: 5. Juni 2026 · Redaktionell geprüft von Julia Meier
Abnehmspritze 10 Min. Lesezeit Juni 2026

Saxenda (Liraglutid): Dosierung, Klick-Tabelle und was die Spritze wirklich bringt

Saxenda war die erste zum Abnehmen zugelassene GLP-1-Spritze in Europa. Sie wird täglich gespritzt und schrittweise über mehrere Stufen hochdosiert. Ich erkläre den Dosierplan am Pen, wie stark sie wirkt und warum sie heute oft nicht mehr die erste Wahl ist.

Was Saxenda von den anderen Spritzen unterscheidet

Saxenda enthält den Wirkstoff Liraglutid und ist seit 2015 in Europa zur Gewichtsreduktion zugelassen. Anders als Ozempic ist Saxenda also ein echtes Abnehm-Medikament und kein Off-Label-Fall. Der große Unterschied zu Wegovy und Mounjaro: Saxenda wird täglich gespritzt, nicht wöchentlich, und wirkt im Schnitt schwächer.

Liraglutid ist ein GLP-1-Rezeptor-Agonist wie Semaglutid, nur älter und kürzer wirksam. Genau daher kommt die tägliche Spritze: Der Wirkstoff hält im Körper nur kurz an und muss deshalb jeden Tag neu gespritzt werden. Für manche ist das ein Vorteil, weil sich die Dosis feiner steuern und bei Nebenwirkungen schneller pausieren lässt. Für viele ist die tägliche Nadel aber genau die Hürde, an der die Therapie scheitert.

Denselben Wirkstoff gibt es übrigens auch in Victoza für Typ-2-Diabetes und seit Kurzem als günstigeres Liraglutid-Generikum. Wenn von der Abnehm-Indikation die Rede ist, ist aber Saxenda mit der Zieldosis 3,0 mg gemeint.

Was diese Seite ist und was nicht

Das hier ist Aufklärung, keine Dosier- oder Anwendungsanleitung. Saxenda ist verschreibungspflichtig; den konkreten Dosierplan legt die behandelnde Praxis fest, nicht eine Tabelle aus dem Internet.

Klick-Tabelle und Dosierplan: 0,6 bis 3,0 mg

Saxenda wird über fünf Wochen langsam hochdosiert: Start mit 0,6 mg, dann jede Woche eine Stufe höher bis zur Zieldosis 3,0 mg. Diese Dosisstufen sind am Dosier-Pen fest hinterlegt und werden im Anzeigefenster eingestellt. Die langsame Steigerung dient allein der Magen-Darm-Verträglichkeit.

Saxenda ist tatsächlich der einzige der gängigen Abnehm-Wirkstoffe mit einem echten Mehrstufen-Dosierpen, an dem du die einzelnen Stärken nacheinander einstellst. Genau deshalb suchen viele nach einer Klick-Tabelle. Wichtig ist: Am Pen drehst du auf die verordnete Stufe, bis sie im Fenster steht, und liest sie ab. Einzelne Klicks zu zählen ist hier nicht nötig und auch nicht vorgesehen.

WocheDosisRolleReichweite pro Pen
Woche 10,6 mgStartdosis, Eingewöhnungrund 30 Tage
Woche 21,2 mgerste Steigerungrund 15 Tage
Woche 31,8 mgweitere Steigerungrund 10 Tage
Woche 42,4 mgvorletzte Stuferund 7 Tage
ab Woche 53,0 mgErhaltungs- und Zieldosisrund 6 Tage

An der Reichweite pro Pen sieht man gut, warum Saxenda im Alltag aufwendiger ist: Auf der Zieldosis 3,0 mg ist ein Pen nach etwa sechs Tagen leer. Wer die Steigerung nicht verträgt, bleibt nach Rücksprache mit der Praxis länger auf einer niedrigeren Stufe, statt sich durchzuquälen.

Bitte beachten

Die Werte beschreiben das zugelassene Standard-Titrationsschema, ersetzen aber nicht den Beipackzettel und die Einweisung in der Praxis. Beim ersten Mal sollte der Pen gemeinsam mit Arzt oder Diabetesberatung eingestellt werden.

Wie stark wirkt Saxenda beim Abnehmen?

In der Zulassungsstudie SCALE verloren Teilnehmende mit Saxenda 3,0 mg im Schnitt rund 5 bis 8 Prozent ihres Körpergewichts, deutlich mehr als unter Placebo. Etwa jede siebte Person erreichte 15 Prozent oder mehr. Im Vergleich zu Semaglutid (Wegovy) oder Tirzepatid (Mounjaro) ist das spürbar weniger.

Die Zahlen ordnen Saxenda ehrlich ein: ein wirksames Medikament, aber am unteren Ende der modernen Abnehmspritzen. Wegovy erreicht in Studien grob 15 Prozent, Mounjaro je nach Dosis noch mehr. Saxenda kam in SCALE im Mittel auf einen einstelligen Prozentbereich, wobei die Spannweite groß ist. Manche sprechen sehr gut an, andere kaum.

Wichtig bleibt der Satz, der für die ganze Wirkstoffklasse gilt: Die Spritze wirkt nicht allein. Saxenda ist als Begleitung zu kalorienreduzierter Ernährung und mehr Bewegung zugelassen, nicht als Ersatz dafür. Wer das Mittel absetzt, ohne die Gewohnheiten geändert zu haben, sieht das Gewicht häufig zurückkommen.

Nebenwirkungen und Risiken

Wie bei allen GLP-1-Wirkstoffen stehen Magen-Darm-Beschwerden im Vordergrund: Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Erbrechen, vor allem in der Steigerungsphase. Seltener, aber ernst sind Bauchspeicheldrüsenentzündung, Gallenblasenprobleme und Nierenbelastung. Auch das Augenrisiko NAION ist für GLP-1-Wirkstoffe ein Thema.

Die tägliche Spritze hat bei den Nebenwirkungen einen kleinen Vorteil: Treten starke Beschwerden auf, lässt sich schneller gegensteuern als bei einem Wirkstoff, der eine ganze Woche im Körper bleibt. Trotzdem gilt auch hier, dass starke oder anhaltende Symptome ärztlich abgeklärt gehören, besonders heftige Oberbauchschmerzen als möglicher Hinweis auf die Bauchspeicheldrüse.

Zum früher diskutierten Verdacht auf vermehrte Suizidgedanken haben FDA und EMA 2026 Entwarnung gegeben. Das Augenthema NAION ist dagegen weiter relevant, ich habe es im Beitrag zum Augenrisiko NAION ausführlich eingeordnet.

Kein Bezug ohne Rezept

Saxenda ist verschreibungspflichtig. Angebote ohne Rezept aus dem Internet sind nicht geprüft und riskant, mehr dazu bei den gefälschten Abnehmspritzen.

Was kostet Saxenda und zahlt die Kasse?

Die Erhaltungsdosis 3,0 mg kostet je nach Apotheke rund 270 bis 300 Euro pro Monat. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt das in der Regel nicht, weil Abnehm-Medikamente als Lifestyle-Arzneimittel von der Erstattung ausgenommen sind. Saxenda ist damit Selbstzahler-Therapie.

Erhaltungsdosis 3,0 mg: rund 270 bis 300 Euro im Monat · komplett selbst zu zahlen

Ein Kostenpunkt, der oft übersehen wird: In der Steigerungsphase verbraucht man wegen der niedrigeren Dosen langsamer, ab 3,0 mg ist ein Pen aber nach gut einer Woche leer. Wer auf den Preis schaut, sollte auch das inzwischen verfügbare Liraglutid-Generikum mit der behandelnden Praxis ansprechen, das deutlich günstiger sein kann.

Wie Saxenda preislich gegenüber Wegovy, Mounjaro und Ozempic liegt, zeigt der Preisvergleich der Abnehmspritzen.

Für wen ist Saxenda heute noch sinnvoll?

Saxenda kann sinnvoll sein, wenn die stärkeren wöchentlichen Wirkstoffe nicht infrage kommen, etwa bei Unverträglichkeit, Lieferengpässen oder wenn die feinere tägliche Steuerung medizinisch gewünscht ist. Für die meisten, die heute neu starten, sind Wegovy oder Mounjaro wegen der stärkeren Wirkung und der nur wöchentlichen Spritze aber oft die erste Wahl.

Ich sage es offen: Saxenda ist ein bewährtes, gut untersuchtes Mittel, aber die Entwicklung ist über die tägliche Liraglutid-Spritze ein Stück hinweggegangen. Wer die Wahl hat und beide Optionen verträgt, landet heute meist bei einer wöchentlichen Spritze. Saxenda bleibt trotzdem relevant, weil es zugelassen, verfügbar und für bestimmte Situationen genau richtig ist. Diese Abwägung gehört in die ärztliche Beratung, zusammen mit Vorerkrankungen, anderen Medikamenten und dem Alltag.

Mehr zum direkten Vergleich findest du im GLP-1-Überblick sowie in den Beiträgen zu Wegovy und Mounjaro.

Quellen

  1. EMA: Saxenda (Liraglutid), europäische Zulassung zur Gewichtsregulierung und Produktinformation. European Medicines Agency
  2. Fachinformation Saxenda 6 mg/ml Injektionslösung im Fertigpen (Stand 2025): Dosierung, Titration, Nebenwirkungen.
  3. SCALE-Studienprogramm (Pi-Sunyer et al., NEJM 2015; SCALE Maintenance): Gewichtsverlust unter Liraglutid 3,0 mg.
  4. EMA / PRAC (Juni 2025): NAION als sehr seltene Nebenwirkung von GLP-1-Wirkstoffen.

Häufige Fragen zu Saxenda

Saxenda wird über fünf Wochen schrittweise gesteigert: 0,6 mg in Woche 1, dann wöchentlich um 0,6 mg höher bis zur Zieldosis 3,0 mg ab Woche 5. Die langsame Steigerung verbessert die Magen-Darm-Verträglichkeit. Den genauen Plan legt die ärztliche Praxis fest.
Der Saxenda-Pen ist ein Mehrstufen-Dosierpen, an dem du die fünf zugelassenen Dosen (0,6 bis 3,0 mg) im Anzeigefenster einstellst. Beim Drehen rastet er hörbar ein, einzelne Klicks musst du aber nicht zählen, du liest die Dosis direkt ab.
In der SCALE-Studie verloren Teilnehmende mit 3,0 mg im Schnitt rund 5 bis 8 Prozent ihres Körpergewichts, etwa jede siebte Person erreichte 15 Prozent oder mehr. Das ist wirksam, aber schwächer als bei Wegovy oder Mounjaro.
Ja. Saxenda ist in Europa seit 2015 zur Gewichtsreduktion bei Adipositas und bei Übergewicht mit Begleiterkrankungen zugelassen, begleitend zu Ernährung und Bewegung. Anders als Ozempic ist die Anwendung zum Abnehmen also nicht off-label.
Wegovy wirkt im Schnitt stärker und wird nur einmal pro Woche gespritzt, Saxenda täglich. Für viele, die neu starten, ist deshalb eine wöchentliche Spritze die erste Wahl. Saxenda bleibt eine Option, etwa bei Unverträglichkeit oder Verfügbarkeitsproblemen. Die Entscheidung gehört in die ärztliche Beratung.
In der Regel nicht. Abnehm-Medikamente gelten als Lifestyle-Arzneimittel und sind von der Erstattung der gesetzlichen Kassen ausgenommen. Die Erhaltungsdosis kostet je nach Apotheke rund 270 bis 300 Euro im Monat und ist selbst zu zahlen.

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